Diana Rojas-Feile

Corazón Rudo

Zürich, Bogotá
Diana Rojas-Feile | Corazón Rudo | @Maria Angelica Mejia

Mit der multimedialen, performativen Installation «Corazón Rudo» richtet die Zürcher Künstlerin und Forscherin Diana Rojas-Feile den Blick auf die Folgen des kolumbianischen Bürgerkriegs und die Frage, wie eine Gesellschaft nach jahrzehntelanger Gewalt Wege zurück zum Frieden findet. Im Zentrum stehen die Geschichten von Menschen, die als Kinder oder Jugendliche von bewaffneten Gruppen rekrutiert wurden – ihre Erfahrungen von Gewalt, Widerspruch und Reintegration. Durch Zuhören, Erinnerung und poetische Bilder entsteht ein Raum für Reflexion über Würde, Resilienz und die Möglichkeit einer Zukunft ohne Krieg.

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Wie findet eine Gesellschaft nach über sieben Jahrzehnten Bürgerkrieg zurück zum Frieden? Mit «Corazón Rudo» richtet die Zürcher Künstlerin und Forscherin Diana Rojas-Feile den Blick auf ihre kolumbianische Heimat. Der kolumbianische Bürgerkrieg, einer der längsten der Geschichte, ist geprägt von historischer Ungleichheit, politischer Marginalisierung und den ökonomischen Interessen des internationalen Drogenmarkts. Auch zehn Jahre nach dem Waffenstillstandsabkommen zwischen bewaffneten Gruppen und der Regierung bleiben viele Traumata unaufgearbeitet.

Diana Rojas hat mit ihrem Team zahlreiche Gespräche geführt und vor allem zugehört. Besonders erschütternd ist das Schicksal von Kindern, die von illegalen bewaffneten Gruppen rekrutiert wurden. Ihre Geschichten stehen im Zentrum der multimedialen, performativen Installation. Sie erzählen von ihrem Leben vor, während und nach ihrer Zeit als Guerillakämpfende, von politischen und persönlichen Herausforderungen, von Widersprüchen, Gewalt und Reintegration.

Ausgehend von ihren Perspektiven entfaltet sich eine Reflexion über Würde und Resilienz. Wie lässt sich Gewalt erinnern, ohne sie zu reproduzieren? Und wie kann Kunst einen Ort des gemeinsamen Zuhörens schaffen? «Corazón Rudo» lädt das Zürcher Publikum ein, in einen poetischen Erfahrungsraum einzutauchen und über eine Zukunft ohne Krieg nachzudenken.

Daten und Tickets

Vorstellungen ab heute

Begleitprogramm

Publikumsgespräch

Fr 28.8., nach der Vorstellung

Stammtisch

Kein Mindestalter für den Krieg
Do 20.8., 21.00 Uhr

Barrierefreiheit

Zugänglich mit Rollstuhl Mit Untertiteln

Einfach gesagt

Corazón Rudo ist eine multimediale und performative Installation. Das heisst: Als Publikum betritt man einen Raum mit Bildern, Ton, Texten und Bewegung. Alle Zuschauer*innen kriegen Kopfhörer und dürfen sich auch ein wenig im Raum bewegen. Die Künstlerin des Stück, Diana Rojas-Feile, hat sich mit dem Bürgerkrieg in Kolumbien und seinen Folgen beschäftigt. Sie hat viele Interviews in Kolumbien geführt mit Menschen, die selber im Bürgerkrieg gekämpft haben. Viele von ihnen waren sehr jung und haben nicht freiwillig gekämpft. Nun versuchen sie, zurück in ihr Leben zu finden. Durch Zuhören, Erinnern und poetische Bilder entsteht ein Raum zum Nachdenken. Es geht um Würde, innere Stärke und die Hoffnung auf eine Zukunft ohne Krieg.

Inhaltliche & Sensorische Hinweise

Die Performance enthält Schilderungen von Gewalt, darunter sexualisierte Gewalt und Gewalt gegen Minderjährige, im Kontext eines Bürgerkriegs.
Die Zuschauer*innen tragen Kopfhörer und können sich frei durch den Raum bewegen.
Es wird viel Theaternebel eingesetzt und der Aufführungsraum ist grösstenteils dunkel.

 

Künstlerische Leitung und Besetzung

Regie, Recherche & KonzeptDiana Rojas-Feile
In Ko-Kreationund auf Grundlage von Interviews mit Ex-Kombattantinnen aus dem Kollektiv «La Voz de la Resiliencia»: Andrey, Angie, Bibiana, Celiar de Jesús, Claudia P., Claudia R., Dulcelina, Jorge Eliecer und Sindy.
DramaturgieMatthias Mohr Sarmiento
Musikalische LeitungJuan Forero
KompositionJuan Forero, Diana Restrepo, Victor Moser
PerformanceJuan Forero, Victor Moser, Diana Restrepo und Diana Rojas-Feile
GesangElena Hinestroza, Eblin Grueso
Sänger*innen«Mujeres Unidas por la Vida»
Video und RaumkonzeptSebastian Múnera
Räumliche Umsetzung SchweizTheres Indermaur
Motion DesignJuliana Castro Duperly
KostümeCatalina Giangrandi
Dokumentarische FotosJulián Lineros
Technische Leitung & Licht DesignStanly Aguilar
Technische LeitungBenjamin Auer
ForschungsassistenzJenny M. Díaz Muñoz
Regie- & ProduktionsassistenzLeonore del Mestre
BühnenbildassistenzCyril Lüthi
Psychologische BegleitungJohanna Miranda
Beratung ZugänglichkeitEdwin Ramirez
BeratungsteamPriska Gisler, Annemarie Matzke
FotoMaría Angelica Meija


Produktion

ProduktionNova et Vetera, Catalina Schriber
KoproduktionZürcher Theater Spektakel, Fabriktheater Rote Fabrik, Centro Nacional de las Artes Delia Zapata Olivella
UnterstützungStadt Zürich Kultur, Kanton Zürich Fachstelle Kultur, Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung, Schweizerischer Nationalfonds, Hochschule der Künste Bern, Schweizerische Botschaft in Kolumbien und Schweizer Kulturfonds des Bundesamtes für Kultur, UNICEF Schweiz und Liechtenstein, SüdKulturFonds artlink, Landis & Gyr Stiftung, Migros Kulturprozent Zürich, Cassinelli–Vogel-Stiftung, Jurisdicción Especial para la Paz
Premiere27. August 2026, Zürcher Theater Spektakel

Rote Fabrik, Aktionshalle

Lageplan

Multimediale, perfor­mative Installation. Erzählen als Widerstand

Premiere. Nominiert für den ZKB Förderpreis

Dauer

70 Min.

Sprache

Spanisch, Deutsch

Übertitelungen

Deutsch, Englisch

Alter

Interessant ab 16 Jahren