Michiel Vandevelde, Pankaj Tiwari & Eneas Prawdzic
Violenza 2025
Amsterdam, Brüssel, ZürichSie sind wütend, enttäuscht und radikalisieren sich: junge Männer, die die liberale Demokratie ablehnen und sich rechten Ideologien zuwenden. «Violenza 2025» ist das Ergebnis einer intensiven Recherche von drei jungen Theatermachern in rechtsradikalen Milieus. Fünf Schauspieler bringen auf der Bühne zur Sprache, was sonst in digitalen Filterblasen, Chatgruppen und Foren kursiert: Hass, antifeministische Ressentiments, autoritäre Sehnsüchte und Gewaltfantasien. Der neue Faschismus kommt nicht in Springerstiefeln, sondern tritt jung, selbstbewusst und anschlussfähig auf. Ein provokativer und verstörender Theaterabend über den wachsenden Einfluss rechtsextremen Gedankenguts und die Gefahren, die davon für eine offene Gesellschaft ausgehen.
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Fünf junge Männer betreten die Bühne. Sie sprechen über Familie, Herkunft und Werte, wirken sympathisch – und ehe man sich versieht, kippt die Nostalgie in eine Kampfansage an die liberale Gesellschaft. Der neue Faschismus kommt nicht in Springerstiefeln. Er kommt lässig daher und verschiebt die Grenzen des Sagbaren mit einer fast ohnmächtig machenden Leichtigkeit.
«Violenza 2025» führt eindringlich vor Augen, was sich in den Filterblasen der Manosphere zusammenbraut und wie rechtsextremes Gedankengut immer erfolgreicher auf die Strassen und in die Parlamente getragen wird. Die Ängste, Kränkungen und Aggressionen junger Männer werden politisch instrumentalisiert. Das Stück legt ihre Denkweisen und Narrative mit schonungsloser Klarheit offen. Das ist verstörend und herausfordernd gerade deshalb, weil die Inszenierung sichtbar macht, wie diese Mechanismen funktionieren und ihre Wirkung entfalten. Zwischen Aggression und Gemeinschaft, Körperkult und Ideologie manifestiert sich die Ästhetik der Neuen Rechten. Ist das noch Inszenierung oder bereits Realität? Die jungen Rechten stählen ihre nackten Körper, feiern ihre «Männlichkeit» und rufen zu den Klängen von Gigi D’Agostinos «L’Amour Toujours» ein neues goldenes Zeitalter aus.
«Violenza 2025» ist schauerliche Prognose und dringliche Mahnung zugleich: Was passiert mit uns, wenn sich rechte Gewalt in den Köpfen und Körpern unserer Jüngsten einnistet?
Daten und Tickets
Vorstellungen ab heute- Do 13.08. 19:00 - 20:20 CHF 45.–/25.–
- Fr 14.08. 19:00 - 20:20 CHF 45.–/25.–
- Sa 15.08. 19:00 - 20:20 CHF 45.–/25.–
Begleitprogramm
Stammtisch
Manosphere, Radikalisierung und Gegenstrategien
Fr 21.8., 21.00 Uhr
Public Warm Up
mit Michiel Vandevelde
Fr 14.8., 18.00 Uhr
Künstlerische Leitung und Besetzung
| Regie | Eneas Prawdzic, Pankaj Tiwari, Michiel Vandevelde |
|---|---|
| Mit | Jakob Enk, Lukas Hagenauer, Nick Hohlbach, Raphael Reifensteiner, Milan Rosenblatt |
| Choreografie, Bühnenbild & Licht | Michiel Vandevelde |
| Technik | Maxim Van Meerhaeghe |
| Foto | Clara Wildberger |
Produktion
| Produktion | steirischer herbst '25 |
|---|---|
| Unterstützung | Regierung Flanderns, Gaulhofer Industrie Holding |
| Premiere | 20. September 2025, steirischer herbst, Graz |